Die Rechtsanwaltskosten

April 10th, 2007

Hat der Unfallgegner den Unfall zu 100% verschuldet, hat dieser auch die Ihnen entstehenden Kosten und Gebühren für die anwaltliche Beratung und Bearbeitung zu tragen. Der Anwalt stellt sicher, dass der gegnerische Haftpflichtversicherer Ihnen auch sämtliche zustehende Leistungen ausbezahlt. Nur der Anwalt sorgt für Waffengleichheit zwischen Ihnen und der Haftpflichtversicherung, welche anders als Sie täglich mit Verkehrsunfällen zu tun hat. Keine Versicherung hat ein Interesse daran, Ihnen möglichst viel auszubezahlen. Deshalb: Nach einem Unfall direkt zum Anwalt!

Wenn Sie in der Zeit, in der Ihr Fahrzeug in der Werkstatt repariert wird, oder in der Zeit, in der Sie sich nach einem Totalschaden ein neues Fahrzeug besorgen, kein Mietfahrzeug in Anspruch nehmen, können Sie für den Ausfall der Nutzungsmöglichkeit Ihres Fahrzeugs den sogenannten Nutzungsausfall geltend machen. Aus dem Gutachten des Sachverständigen ergibt sich die Wiederbeschaffungs- / Reparaturdauer. Entsprechend der dort angegegebenen Dauer kann ein Tagessatz geltend gemacht werden. Der Tabelle von Sanden/Dannen/Küppersbusch, die sämtliche Fahrzeuge der unterschiedlichen Hersteller sowie Ausführungen und Ausstattungen aufführt, kann entnommen werden, welcher „Schadensklasse“ Ihr Fahrzeug angehört und wie hoch der zu beanspruchende Tagessatz ist. Ist Ihr Fahrzeug bereits älter als 5 Jahre und beträgt dessen Laufleistung mehr als 100.000 km, ist eine Schadensklasse tiefer anzusetzen.

Die Gutachterkosten

April 9th, 2007

Grundsätzlich hat die gegnerische Haftpflichtversicherung auch die Kosten des von Ihnen beauftragten Gutachters zu übernehmen, wenn der Unfall vom Unfallgegner zu 100% verursacht wurde. Besteht Ihrerseits eine Mithaftung, werden auch die Gutachterkosten nur quotal übernommen. Häufig empfehlen Ihnen die gegnerischen Haftpflichtversicherungen einen Gutachter. Sie können den Sachverständigen jedoch frei wählen und sollten dies auch unbedingt tun. Akzeptieren Sie keinesfalls eine Besichtigung durch einen Gutachter der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Möglicherweise gelangt dieser zu einem niedrigeren Ergebnis, da dieser im Lager des Gegners steht.

Die Abschleppkosten

April 9th, 2007

War Ihr Fahrzeug nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit oder nicht mehr verkehrssicher und durfte bzw. konnte deshalb nicht vom Unfallort selbständig fortbewegt werden, hat der Unfallgegner auch die Abschleppkosten zu ersetzen. Allerdings sind diese nur insoweit ersatzfähig, wie diese auch notwendig sind. Ersatzfähig sind daher z.B. nur Abschleppkosten zur nächsten Fachwerkstatt, nicht jedoch zur heimischen Werkstatt nach Duisburg, wenn der Unfall beispielsweise in Hamburg passiert ist.

Der Abzug Neu für Alt

April 9th, 2007

Erfährt Ihr Fahrzeug durch die Reparatur eine Wertsteigerung, ist die gegnerische Haftpflichtversicherung eventuell berechtigt, einen Abzug „Neu für Alt“ vorzunehmen. Wird eine gebrauchte Sache durch eine neue ersetzt, z.B. durch den Einbau eines komplett neuen Motors, ist damit eine Wertsteigerung Ihres Fahrzeugs verbunden, die Sie sich schadensmindernd anrechnen lassen müssen. Das heißt konkret, dass sich Ihr Schadensersatzanspruch mindert. Ob ein solcher Abzug zulässig ist, ist stets eine Frage des Einzelfalls und kann nur anhand des Einzelfalls und nach einer eingehenden Prüfung beurteilt werden.

Die Kostenpauschale

April 8th, 2007

Im Falle eines Verkehrsunfalls haben Sie in der Folge Portokosten für den notwendigen Schriftverkehr, Telefonkosten usw. Hierfür besteht ein Anspruch auf pauschalierte Kostenerstattung. Je nach Gerichtsbezirk wird hierfür ein Betrag in Höhe von 20 – 25 EUR als angemessen angenommen. Dieser Anspruch besteht ohne jeden Nachweis. Hatten Sie höhere Aufwendungen für Porto und Telefonkosten müssen diese durch Vorlage entsprechender Belege nachgewiesen werden und sind dann grundsätzlich erstattungsfähig.

Der Wertminderungsanspruch

April 8th, 2007

War Ihr Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt noch keine 5 Jahre zugelassen und hatte eine Laufleistung von weniger als 100.000 km, besteht neben den reinen Reparaturkosten ein Wertminderungsanspruch. Wie hoch dieser Anspruch ist, ist eine Frage des Einzelfalls und bemisst sich nach der Schwere des Unfall, sowie der konkreten Laufleistung und des Alters des Fahrzeugs. Ersetzt wird Ihnen der Schaden, der dadurch entsteht, dass das Fahrzeug bei einem Weiterverkauf einen geringeren Verkaufspreis erzielen wird, da es nunmehr als Unfallfahrzeug verkauft werden muss.

Totalschaden?

April 8th, 2007

Kann Ihr Fahrzeug nicht mehr repariert werden, oder übersteigen die Kosten der Reparatur 130% des Fahrzeugwerts im Unfallzeitpunkt (=wirtschaftlicher Totalschaden), besteht lediglich Anspruch auf den Ersatz des Fahrzeugwertes. Dieser ergibt sich aus dem von Ihnen in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachten und berechnet sich aus dem Wiederbeschaffungswert minus dem Restwert. Sie können den Sachverständigen frei wählen. Akzeptieren Sie keinesfalls eine Besichtigung durch einen Gutachter der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Möglicherweise gelangt dieser zu einem deutlich niedrigeren Ergebnis, da dieser im Lager des Gegners steht.

Grundsätzlich können Sie Ihr Fahrzeug reparieren lassen, solange die Kosten nicht 130% des Fahrzeugwerts im Unfallszeitpunkt übersteigen. Andernfalls liegt ein (wirtschaftlicher) Totalschaden vor. Die Höhe der Kosten ergeben sich aus dem von Ihnen in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachten, Kostenvoranschlag Ihrer Werkstatt oder der Reparaturrechnung nach bereits erfolgter Reparatur. Es besteht daneben stets die Möglichkeit, auf Gutachtenbasis abzurechnen, ohne das Fahrzeug tatsächlich reparieren zu lassen. In diesem Fall erhalten Sie den Nettobetrag, der laut Sachverständigengutachten zur Reparatur notwendig ist. Die Mehrwertsteuer wird nach der aktuellen Rechtsprechung nur dann ersetzt, wenn nachgewiesen wird, dass diese auch tatsächlich angefallen ist. Dafür ist also eine die Mehrwertsteuer ausweisende Rechnung notwendig. Wird auf Gutachtenbasis abgerechnet, hat die gegnerische Haftpflichtversicherung keinen Anspruch auf Überlassung der Reparaturkostenrechnung. Oft möchte die gegnerische Haftpflichtversicherung die Reparaturrechnung dennoch einsehen, da von einem Teil der Rechtsprechung die Ansicht vertreten wird, dass nur die tatsächlich angefallenen Kosten ersetzt werden, wenn die Haftpflichtversicherung nachweisen kann, dass die Reparatur billiger war, als der Sachverständige diese eingeschätzt hat. Sie sind nicht verpflichtet, der Haftpflichtversicherung diesen Beweis zu liefern!

Gesetzliche Grundlage für die Schadensminderungspflicht des Versicherungsnehmers ist § 62 Versicherungsvertragsgesetz. Dies hat für den Versicherungsnehmer zwei wichtige Folgen: 1. Nach den „Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung“ (AKB) ist bei Haftpflichtschäden der Versicherungsnehmer nicht berechtigt, ohne vorherige Zustimmung des Versicherers einen Anspruch ganz oder zum Teil anzuerkennen oder zu befriedigen. Deshalb: Kein Schuldanerkenntnis unterschreiben! 2. Sie sind grds. verpflichtet, Schaden und Kosten gering zu halten. Verstoßen Sie hier gegen, hat der Unfallgegner diese Mehrkosten nicht zu ersetzen. Es gilt hier für die Beurteilung der Frage, was zu ersetzen ist, der von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz, dass grundsätzlich die Kosten zu ersetzen sind, „die ein wirtschaftlich vernünftig denkender Mensch aufgewendet hätte“. Wann dies der Fall ist, ist leider eine Frage des Einzelfalls und oft auch des zuständigen Richters. Eine näher Bestimmung ist daher an dieser Stelle nicht möglich.